Leben und Werk Werner Dobelmanns

von Ralf Bormann, Münster in Westfalen

Werner Dobelmann (Münster in Westfalen 16. Oktober 1913 - 7. August 1985 Bad Salzuflen), römisch-katholisch, war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, heimatkundlicher Forscher und Verfasser zahlreicher volkskundlicher wie historischer Abhandlungen über seinen Wohnort Münster in Westfalen sowie insbesondere über seine und die Heimat seiner Vorfahren, das Osnabrücker Nordland.

Leben

Kindheit

Einem jahrhundertealten Nortruper und Suttruper Heuerlingsgeschlecht entstammend, das sich durch das Familienstammbuch bis in das beginnende 18. Jahrhundert verfolgen läßt, die Ahnenreihe freilich weit darüber hinaus in die artländische Vergangenheit zurückweist, ergriff der am 13. Juli 1879 gleichwohl in Suttrup geborene Vater Werner Dobelmanns, Theodor Friedrich Bernhard Dobelmann († 1947), den Beruf des Kriminalsekretärs, der seine und die Übersiedlung seiner am 23. September 1883 in Nortrup geborenen Gattin Catharina Elisabeth Agnes Dobelmann, geb. Middendorf († 1949), nach Münster in Westfalen mit sich brachte, wo den seit 1908 noch in Nortrup verheirateten Eheleuten am 16. Oktober 1913 ihr Sohn Werner als der jüngere von zwei Brüdern geboren wurde. In seiner Kindheit und Jugend indessen besuchte Werner Dobelmann, einer »instinktiven Hinneigung«1 folgend, regelmäßig den in der artländischen Landschaft gelegenen Hof seiner Großeltern mütterlicherseits, Johann Hermann Bernhard († 1890) und Maria Elisabeth »Lisette« (geb. Janning) Middendorf († 1918), Pächter in der Börslage bei Nortrup,2 welcher nach dem Tod der Großeltern forthin von einem Onkel Werner Dobelmanns bewirtschaftet wurde. Dieser »stattliche[...], jahrhundertealte [...] Hof«,3 von dem sich, bis auf einige alte Hofeichen, die gleichsam in Dobelmanns Kindheitserinnerungen Erwähnung finden,4 nichts erhalten hat, gehörte dem Gut Loxten an;5 die Großeltern Dobelmanns väterlicherseits, Johann Gerhard Wilhelm und Anna Maria (geb. Gramann) Dobelmann, waren zunächst Heuerlinge eines Kottens des Hofes Möhlmann/Klümke, um dann eine in Suttrup gegenüber der Gaststätte Blome gelegene Heuerstelle des Hofes Hallermann/Pieper6 zu bewirtschaften.7 Der jüngere Bruder des Vaters Werner Dobelmanns übernahm diese Heuerstelle, der ältere eine Heuerstelle in Nortrup. Eine im endenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert lebende Ur-Urgroßmutter Werner Dobelmanns väterlicherseits, namentlich Maria Adelheid Lucia Brömlage, war eine geborene Hallermann; ihre Tochter Anna Maria Catharina (Suttrup 1816 - 1879 Suttrup) heiratete am 25. April 1839 in Ankum den am 31. Juli 1795 ebenso in Suttrup geborenen Heuerling Johann Gerhard Heinrich Dobelmann († 1862 in Suttrup), einen Urgroßvater Werner Dobelmanns, dessen Mutter Catharina Adelheid Dobelmann wiederum eine geborene Engelke8 war.

 

Genealogie

Die früheste bekannte Nennung eines Vorfahren Dobelmanns geht auf das mittlere 13. Jahrhundert zurück.9 In einer am 29. März 1267 ausgestellten Urkunde, die im Staatsarchiv Osnabrück aufbewahrt wird (StAO Rep. 15 Nr. 53), überträgt der vom Grafen von Oldenburg mit dem in Bokel im Kirchspiel Ankum gelegenen Dobelhof10 belehnte Edelherr Hermann von Hastorpe die eigenbehörige Aleida Dobeler, Tochter des Lutbert Dobeler, mitsamt ihren Kindern an die 1231 gestiftete Zisterzienserabtei St. Marien zu Bersenbrück:

Ego Hermannus vir nobilis de Harstorpe, quia conventum de Bersenbrucge specialiter et sincere in Christo diligo et bona mea, quibus carere possum et volo, ipsum habere desidero, universis fidelibus Christi, quibus presens scriptum fuerit demonstratum, declarando significo, quod Aleidem de Boclo, filiam Lutberti Dobelere, cum omnibus pueris suis dicto conventui resignavi ac eosdem ipsos habere volo perpetua possessione. Ne quis vero factum hoc in posterum maliciose possit infirmare, presentem paginam sigilli nostri appensione placuit roborare. Datum anno gratie MºCCºLXºVIIº, quarto Kalendas Aprilis.11

1333 folgte der Erwerb auch des Dobelhofes durch das Kloster (Abbildung unten, StAO Rep. 15 Nr. 147, fünfte Zeile: dobelhof sitam in boclo), 1441 wird unter den Closterluden to bersenbruck, den Klosterleuten (Untertanen) der Abtei, Ludeken to dobelhove angeführt. Ein um 1500 entstandenes Register enthält die von dem Hof an den Grund- und an den Landesherrn, an die Pfarrkirche zu Ankum, an den Gografen und den Vogt zu leistenden Abgaben. Der 1657 als Dobbelhoff erwähnte Hof wurde 1680 von Johann Dobbelhoff übernommen, der mit Anna auf Lage verheiratet war und dem 1694 Johann Henrich Dobbelhoff geboren wurde. Johann Henrich freilich kam nicht in den Genuß des Anerbenrechts, das bei eigenbehörigen Höfen gewöhnlich dem jüngsten Sohne zufiel, und mußte sich deshalb aus der Hörigkeit freikaufen. Nachdem dies geschehen war, heiratete Johann Henrich 1729 Anna Margarete Reilmann und pachtete, nunmehr als Heuerling, von den Herren von Hammerstein aus Loxten das brach liegende Vollerbe Lange in Suttrup. Als vom Ursprungshofe abgehender Sohn nannte sich Johann Henrich fortan nicht mehr Dobbelhoff, sondern Dobbelmann oder Dobelmann; als Johan Henrich Dobbelman oder Dobbelhoff ist sein Name 1766 im Ankumer Sterberegister verzeichnet, und der von ihm begründete Zweig der Familie führte diesen Namen fort.

 

1731 wurde Johann Henrich und Anna Margarete Johann Gerd Dobelmann geboren, der sich mit Anna Katharina Margarete Middendorf verheiratete und 1761 den Suttruper Hof Lange von seinem Vater übernahm. Sein 1762 geborener Sohn Johann Heinrich verließ den Hof und heiratete 1786 auf den Markkotten Hoffmann in Suttrup, der auf seinen Sohn aus dieser Ehe überging. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Johann Heinrich 1794 ein weiteres Mal, und 1795 wurde ihm Johann Gerhard Heinrich geboren,12 von dem oben bereits die Rede war.

Adoleszenz

Nach der 1934 in Münster am Gymnasium absolvierten Reifeprüfung führte der Arbeitsdienst Werner Dobelmann nach Bersenbrück und damit wieder in die Nähe des Artlandes. Die Arbeit sowie Entdeckungsreisen des Abiturienten gesellten dergestalt dem in Kindheitstagen gelegten »gefühlsmäßigen Erfassen« gleichermaßen die »verstandesmäßige Erkenntnis«13 der artländischen Heimat bei, gemäß dem Goethe-Wort aus dem Vermächtnis von 1829, »Das Wahre war schon längst gefunden, / Hat edle Geisterschaft verbunden; / Das alte Wahre, faß’ es an!« Aus dieser Zeit der 1930er Jahre rühren auch Dobelmanns ersten genealogischen Aufzeichnungen über seine artländischen Vorfahren.

Familien- und Arbeitsleben

Zu seinem großen Leidwesen14 ließen wirtschaftliche Gründe Werner Dobelmann nach seiner Rückkehr in die Geburtsstadt Münster von seinem ursprünglichen Wunsche, zur wissenschaftlichen Vertiefung seiner heimatlichen Hinneigung an der Universität Volkskunde oder Geschichtswissenschaften zu studieren, Abstand nehmen. Von einer stattdessen 1935 angetretenen Banklehre bei der Sparkasse Münster wechselte er 1939 in die Finanzverwaltung der Stadt Münster, in welcher er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1976 als beamteter Steuerrat wirkte. Jenseits solches »Berufes Nüchternheit«15 begann Werner Dobelmann nach dem Kriege, dessen vernichtende Kraft Dobelmann in seinem Kriegstagebuch beklagt16 und aus dem sein vier Jahre älterer Bruder Paul nicht heimgekehrt war, mit dem Schreiben, angefangen mit der Familienchronik Die Börslage. Versuch einer Familiengeschichte von 1945. Werner Dobelmann heiratete am 21. Oktober des Kriegsjahres 1941 Gerda Ilse Auguste Habben, die am 26. September 1916 in Rüstringen bei Wilhelmshaven geborene Tochter Sjut und Helene Habbens. 1949 wurde den Eheleuten eine Tochter geboren. Seit 1951 war Werner Dobelmann Gründungsmitglied des Kreisheimatbundes Bersenbrück (KHBB), seit 1976 dessen Ehrenmitglied.

Lebensabend in Rüssel

1972 erwarben die Dobelmanns das ehemalige Heuerhaus (Kotten) des Hofes Wiese17 in der alten Bauerschaft Rüssel18 bei Ankum, welches an der Grenze Rüssels zu Bokel gelegen ist, der Bauerschaft mithin, in der, wie oben dargetan, die frühesten nachweisbaren Wurzeln der Dobelmanns, namentlich Lutbert und Aleida Dobelers, liegen.
Der archäologische Befund Carl Schuchhardts von 1891 weist Rüssel als eine karolingische curtis des frühen 9. Jahrhunderts aus,19 als »ein[en] Königshof mit Hauptburg und Vorburg [...]. Rüssel war eine hochentwickelte karolingische Domäne mit Acker-, Obst-, Weinbau und Raseneisensteinverhüttung, dann bischöfliches Tafelgut«.20

Hermann Gottlieb Friedrich Hartmann spricht das Gelände südwestlich des karolingischen Schultenhofes als die Stätte einer diesem vorgängigen Burg Widukinds von einem Grundriß von 18 x 18 Metern (mutmaßlich 5,4 x 5,4 Meter)21 sowie weit ausgreifenden Wallanlagen an.22 Carl Schuchhardt vermutet mit Rudolf von Stoltzenberg-Luttmersen und auf Grundlage von dessen im Beisein Wilhelm Hardebecks 1887 durchgeführten Grabung23 an dieser Stelle gar die Überreste eines römischen Kastells vor sich zu haben.24 Erstmals urkundlich greifbar wird Rüssel als Rislaun in dem den Getreuen Herigisus begabenden privilegium Kaisers Otto II. vom 29. Oktober 977.25 In dem Registrum bonorum mensae episcopalis Osnabrugensis (um 1239/40) wird Rusle als Curia (Dinghof, Fronhof, Schultenhof, Haupthof) des Bischofs von Osnabrück angesprochen.26 In die Zeit unmittelbar nach der Abfassung dieses Tafelgutregisters datiert Werner Dobelmann die an Vorbildbauten in Osnabrück orientierte Errichtung des Steinwerkes27 auf dem Schultenhof zu Rüssel,28 dessen Zweck es gewesen sei, diesen

»mit Abstand bedeutendsten Haupthof der Bischöfe im Osnabrücker Lande und Sitz des höchsten Verwaltungsbeamten im Osnabrücker Nordlande [...] gegen räuberische Angriffe zu schützen. Auf dem Schultenhofe flossen die Natural- und Geldeinnahmen von 34 Unterhöfen, 7 Oberhöfen mit 62 Zinshöfen und von 82 Freihöfen, insgesamt also von 185 Höfen zusammen, wo sie bis zu ihrem Transport nach Osnabrück gelagert wurden. Daß der hier zeitweilig angehäufte Reichtum oftmals begehrliche Blicke anderer Großer auf sich zog, ist durchaus verständlich.29 [...] Die Steinwerke für sich allein stellten zwar kein wirksames Verteidigungswerk dar. Sie müssen aber im Zusammenhang mit den Landwehren30 gesehen werden, die das Land an den Grenzen von Gemeinden und Kirchspielen überall dort überzogen, wo nicht Moore und Sümpfe den Zugang unpassierbar machten.«31

Bis zu seinem Tode 1985 lebte und arbeitete Werner Dobelmann zusammen mit seiner ihm 1989 in die Ewigkeit folgenden Gerda in dem renovierten Kotten. Die Eheleute liegen auf dem Friedhof der Pfarrei St. Nikolaus in Ankum bestattet.

 

Wissenschaftsgeschichtliche Einordnung des Gesamtwerkes

Dem literarischen Schaffen Werner Dobelmanns lag ein unerschütterliches wie verhalten zuversichtliches Bekenntnis zur Heimat zugrunde. So schreibt Dobelmann 1981, es möge indessen durchaus

»Menschen geben, die den Wert eines Gemeinwesens nur nach Einwohnerzahl und Steueraufkommen messen, die die Stetigkeit und den ruhigen Pulsschlag des Lebens [...] bedauern. Zweifellos gibt es Gemeinden, die sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten stärker entwickelt haben. Sie haben das aber meistens mit erheblichen Verlusten an Tradition, an gewachsenem Lebensstil und sicherer Gelassenheit bezahlen müssen. [...] Der Begriff Heimat, oft zu Unrecht belastet mit dem Odium des Unzeitgemäßen, hat in unseren Tagen an Aktualität nichts verloren. Kenntnis der Heimat und Verbundenheit mit ihr ist auch heute eine der Quellen, aus der die Verantwortung für die Gemeinschaft wächst. So gesehen, ist Heimatgeschichte nicht ein Traum von der ›guten alten Zeit‹, sondern Tradition im besten Sinne und belebender Ansporn, die anvertrauten Werte zu erhalten als Grundlage zu neuem Schaffen für die Zukunft.«32

In einer solchen autochthonen Haltung,33 die sich »nicht in gewollten Augenblicken einer genießerischen Versenkung und künstlichen Einfühlung, sondern nur« sich einstelle, »wenn das eigene Dasein in seiner Arbeit steht«,34 und mit einer ostinaten Einstreuung ruraler Sprachbilder35 rückt das Werk Werner Dobelmanns in den gedanklichen Umkreis der existentialistischen Fundamentalontologie Martin Heideggers. »Die Arbeit«, schreibt Heidegger 1933 in seinem Beitrag Schöpferische Landschaft: Warum bleiben wir in der Provinz?, »öffnet erst den Raum« für die heimatliche Landschaft, der »Gang der Arbeit bleibt in das Geschehen der Landschaft eingesenkt. [...] Ich werde einfach in die Eigenschwingung der Arbeit versetzt und bin ihres verborgenen Gesetzes im Grunde gar nicht mächtig.«36 In Dobelmanns Kleinen Liebe zum Artlande heißt es 1952, es sei das »Ineinanderleben und Füreinanderleben von Arbeit, Mensch und Landschaft«, das ihm das Geheimnis der Schönheit der artländischen Heimat ausmache.37 »Die Liebe zur Artlandheimat ist es, die mich zum Schreiben drängt«, »Anmut und Geltung des Artlandes, Freud und Leid seiner Menschen festzuhalten für mich selbst und für meine Nachkommen.«38

»Nur wer die Gegenwart richtig erkennt, sieht auch die Zukunft. Das Erleben der Heimat hilft uns, den Schleier vor den Wundern der Vergangenheit zu lüften, den Blick für die Wunder der Gegenwart zu schärfen und eine Ahnung von den Wundern der Zukunft zu geben. [...] So oft ich seither des Weges kam, war es stets ein Weg auf den Spuren der Wunder des Artlandes. Und immer wird es so sein, daß mein Weg in seiner Lebenssehnsucht zurückfinden muß zum heiligen Boden der Heimat. Ich bin ihr verhaftet, Blut von ihrem Blute, ich wurde durch ihre Erde und bin ihrem schicksalhaften Ablauf zutiefst unterworfen.«39

»Die letzten Bestandteile, aus denen sich die menschliche Kultur aufbaut, sind aber der Mensch selbst und die Erde, auf der er lebt. Diese müssen also in ihrer Eigenart und ihrem Aufeinanderwirken und Aufeinanderangewiesensein richtig erfaßt werden«,40 schreibt Werner Sombart 1938 in dem Vorwort zu seinem Traktat Vom Menschen. In seinen Betrachtungen zum »Feldweg« von 1949 bleibt Heidegger in dem auch von Dobelmann gewählten ontologischen Bild eines Weges, wenn er wie dann Dobelmann zum Gewachsensein der Dinge und Lebensweisen sowie zum Geheimnis resp. Rätsel des in der Landschaft eingesenkten, darin aufgespeicherten Seins ausführt, das »Einfache« verwahre

»das Rätsel des Bleibenden und des Großen. Unvermittelt kehrt es bei den Menschen ein und braucht doch ein langes Gedeihen. Im Unscheinbaren des immer Selben verbirgt es seinen Segen. Die Weite aller gewachsenen Dinge, die um den Feldweg verweilen, spendet Welt. [...] Aber der Zuspruch des Feldweges spricht nur so lange, als Menschen sind, die, in seiner Luft geboren, ihn hören können. Sie sind Hörige ihrer Herkunft, aber nicht Knechte von Machenschaften. Der Mensch versucht vergeblich, durch sein Planen den Erdball in eine Ordnung zu bringen, wenn er nicht dem Zuspruch des Feldweges eingeordnet ist. Die Gefahr droht, daß die Heutigen schwerhörig für seine Sprache bleiben. Ihnen fällt nur noch der Lärm der Apparate, die sie fast für die Stimme Gottes halten, ins Ohr. So wird der Mensch zerstreut und weglos. Den Zerstreuten erscheint das Einfache einförmig. Das Einförmige macht überdrüssig. Die Verdrießlichen finden nur noch das Einerlei. Das Einfache ist entflohen. Seine stille Kraft ist versiegt. Wohl verringert sich rasch die Zahl derer, die noch das Einfache als ihr erworbenes Eigentum kennen. Aber die Wenigen werden überall die Bleibenden sein. Sie vermögen einst aus der sanften Gewalt41 des Feldweges die Riesenkräfte der Atomenergie zu überdauern, die sich das menschliche Rechnen erkünstelt und zur Fessel des eigenen Tuns gemacht hat. Der Zuspruch des Feldweges erweckt einen Sinn, der das Freie liebt und auch die Trübsal noch an der günstigen Stelle überspringt in eine letzte Heiterkeit. Sie wehrt dem Unfug des nur Arbeitens, der, für sich betrieben, allein das Nichtige fördert.«42

Werke (Auswahl)

Werner Dobelmanns lebenslanger Archivarbeit hervorgegangenes Gesamtwerk umfasst 18 Monographien, weit über 2000 Aufsätze, Beiträge und Artikel in Sammelwerken, Zeitschriften (Mitteilungen des Kreisheimatbundes Bersenbrück, Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück, Heimat-Jahrbuch für den Kreis Bersenbrück, Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land, Am heimatlichen Herd, Westfälischer Heimatkalender usf.) und Tageszeitungen (Westfälische Nachrichten, Münstersche Zeitung, Bersenbrücker Kreisblatt, Bramscher Nachrichten usf.), eine Reihe typographisch vorliegender Historiographien artländischer Höfe sowie unveröffentlichte Manuskripte, unter anderem zur Münsterischen Mühlengeschichte (1972), und eine Vielzahl bislang unpublizierter Aufsätze. Insbesondere die in den 1970er Jahren veröffentlichten Monographien, welche die Geschichte einer Reihe 1975 der Stadt Münster eingemeindeter Ortschaften traktieren (z. B. Kirchspiel und Stift St. Mauritz in Münster von 1971), gelten der geschichtswissenschaftlichen sowie kunsthistorischen Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte Münsters als unentbehrliche quellenkundliche Referenzwerke.

Auf alten Wegen im Kreise Bersenbrück, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt [1] (1950), Nr. 1 vom 12. August 1950, pp. 2f.
Vom Grundeigentum des Klosters Börstel, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt [1] (1950), Nr. 5 vom 6. Oktober 1950, pp. 18-20
Das Buch vom Kreise Bersenbrück. Eine Heimatkunde für Schule und Haus, Quakenbrück 1953
Das Lied der Mühlen. Wasser- und Windmühlen im Osnabrücker Nordlande, in: Mitteilungen des Kreisheimatbundes Bersenbrück 3 (1953), pp. 42–54
Grabsteine in der Börsteler Stiftskirche, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1956), pp. 91-94
Lebensbilder aus dem Osnabrücker Nordland (Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Bersenbrück; 8), Quakenbrück 1962
Ein altes Heuerlingsgeschlecht (Heimat gestern und heute. Mitteilungen des Kreisheimatbundes Bersenbrück; 11), Quakenbrück 1963
Vergilbte Blätter. Aus Bramsches Vergangenheit, Bramsche, 2. Auflage 1982 (1. Auflage 1964)
Das Zehntwesen im Osnabrücker Nordlande, in: Heimat gestern und heute. Mitteilungen des Kreisheimatbundes Bersenbrück 15 (1968), pp. 43–106
Wehrtürme im Kirchspiel Ankum; [1], in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt [19] (1968), Nr. 2, p. 8
Landwehren im Osnabrücker Nordland, in: Heimat gestern und heute. Mitteilungen des Kreisheimatbundes Bersenbrück 16 (1969), pp. 129–80
Kirchspiel und Stift St. Mauritz in Münster. Ursprung und Werdegang eines Stadtviertels und seines Vorlandes, Münster in Westfalen 1971
Amelsbürener Chronik. Geschichte einer ländlichen Gemeinde, Münster in Westfalen 1974
Angelmodde. Geschichte einer Stadtrandgemeinde, Münster in Westfalen 1974
Handorf gestern und heute. Geschichte einer dörflichen Siedlung, Münster in Westfalen 1974
Hiltrup, Münster in Westfalen 1974
Albersloh. Geschichte einer Landgemeinde, Münster in Westfalen 1976
Die Taufkirche im Farngau, in: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land [4] (1977), pp. 154-58
Geschichte und Entwicklung des Osnabrücker Nordlandes (Der Altkreis Bersenbrück; 3; Heimat gestern und heute. Mitteilungen des Kreisheimatbundes Bersenbrück; 22), Quakenbrück 1979
Mühlen des Osnabrücker Nordlandes. Von Wasser- und Windmühlen, von Roß- und Handmühlen (Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Bersenbrück; 16), Quakenbrück 1980
Wehrtürme im Kirchspiel Ankum; [2], in: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land [7] (1980), pp. 35-39
Berge. Geschichte einer Landgemeinde, Berge 1981
Entstehung und Entwicklung des Ortes Bersenbrück, in: Franz Buitmann, Werner Dobelmann, Franz Hülsmann, Ernst Schulte (Red.), Bersenbrück. Stadt im Osnabrücker Land. Beiträge zum Jubiläumsjahr 1981 in Wort und Bild. 750 Jahre Bersenbrück – 25 Jahre Stadt, Bersenbrück 1981, S. 27[26]–84
mit Franz Buitmann (Bearb.), Schulgeschichte des Osnabrücker Nordlandes; 1. Entwicklung bis zu den Schulreformen Mitte des 20. Jahrhunderts (Der Altkreis Bersenbrück; 6; Heimat gestern und heute; 25), Bersenbrück 1986 (posthum)
Die Hase prägte das Osnabrücker Nordland. Geographische und geschichtliche Aspekte, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 37 (1986), Nr. 1 (März 1986), pp. 1-4 (posthum)
Die Entstehung der Eigenbehörigkeit/Die Aufhebung der Eigenbehörigkeit, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 40 (1989), Nr. 4 (August 1989), pp. 16. 19f. (posthum)

Sekundärliteratur

Herbert Clauß, Verdienstvolle Heimatforscher des Altkreises Bersenbrück. Werner Dobelmann – Dr. August Schröder, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt (1976), Nr. 3 (September 1976), p. 11
<ba>, Heimatfreund und Schriftsteller. Werner Dobelmann wird am Sonntag 70 Jahre alt, in: Bersenbrücker Kreisblatt vom 15. Oktober 1983
Anonymus, Werner Dobelmann <Nachruf>, in: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land [13] (1986), p. 343
Anonymus, Werner Dobelmann – mit Nortrup verbunden, in: Gemeinde Nortrup (Hrsg.), 825 Jahre Nortrup im Wandel der Zeit. 1169-1994, Nortrup 1994, p. 163
Franz Feldkamp, Werner Dobelmann. Der unermüdliche Heimatforscher und Heimatschriftsteller des Osnabrücker Nordlandes, in: Heimat-Heft für Dorf und Kirchspiel Ankum 13 (2010), pp. 6–14

 


1 Werner Dobelmann, Ich über mich, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 92f., 92.
2 Werner Dobelmann, Kleine Liebe zum Artlande, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 56-60, 57. Die in dem Aufsatz gegebene Schilderung eines Ausfluges an der Seite seines Großvaters freilich entstammt der Phantasie des Autors, verstarben seine Großväter doch bereits 1890 und 1894. Dobelmann empfing nach seiner eigenen Darlegung Auskünfte zur Vergangenheit und Lebensweise seiner Ahnen aus Erzählungen seiner Eltern sowie seiner Onkel Georg und Friedrich, Werner Dobelmann, Ich über mich, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 92f., 92.
3 Werner Dobelmann, Kleine Liebe zum Artlande, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 56-60, 57.
4 Werner Dobelmann, Ich über mich, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 92f., 92.
5 Zum Gut Loxten Werner Dobelmann, Nortrup-Loxten und das Kirchspiel Ankum, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 5 (1954), Nr. 9 (August 1954), p. 33; Werner Dobelmann, Das Rittergut Loxten, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 8 (1957), Nr. 1 (Januar 1957), pp. 1f.; Werner Dobelmann, Das Rittergut Loxten in Nortrup, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt [31] (1980), Nr. 3 (September 1980), p. 10; Werner Dobelmann, Ernst von Hammerstein zu Loxten. Erster Landrat in Bersenbrück, in: Franz Buitmann, Werner Dobelmann, Franz Hülsmann, Ernst Schulte (Red.), Bersenbrück. Stadt im Osnabrücker Land. Beiträge zum Jubiläumsjahr 1981 in Wort und Bild. 750 Jahre Bersenbrück – 25 Jahre Stadt, Bersenbrück 1981, pp. 280f.
6 Zur Geschichte des Hofes Hallermann/Pieper liegt ein Typoskript Werner Dobelmanns aus dem Jahre 1983 vor.
7 Franz Feldkamp, Werner Dobelmann. Der unermüdliche Heimatforscher und Heimatschriftsteller des Osnabrücker Nordlandes, in: Heimat-Heft für Dorf und Kirchspiel Ankum 13 (2010), pp. 6–14, 6.
8 Zur Geschichte des Hofes Engelke in Loxten liegt ein Typoskript Werner Dobelmanns aus dem Jahre 1978 vor, das 1982 eine Übersetzung ins Amerikanische gefunden hat.
9 Diese Ausführungen folgen dem mutmaßlich in den 1950er Jahren entstandenen Manuskript Werner Dobelmanns »Ein Bauernsohn wird Heuermann«, auf das Heinrich Böning aufmerksam gemacht hat und das im Stadtmuseum Quakenbrück aufbewahrt wird. Franz Feldkamp und seiner Frau kommt das Verdienst zu, dieses Manuskript in digitaler Form zugänglich gemacht zu haben. Die Umschrift ist im Werner-Dobelmann-Archiv in der Rubrik »Werk, Typoskripte & Unveröffentlichtes« einsehbar.
10 Zur Etymologie des Namens Dobelmann siehe Werner Dobelmann, Ein Bauernsohn wird Heuermann, Manuskript, Stadtmuseum Quakenbrück. Dobelmann vermutet den Ursprung des Namens Dobeler, Dobelhof in einer quadratischen Form des zum Bokeler Hof im Kirchspiel Ankum gehörigen Landstücks, das in einer von Langstreifengewannfluren geprägten Landschaft naturgemäß auffällig war. – Heintze-Cascorbi verweist, neben Doppler, mhd. topelaere, mnd. dobbeler, dopeler <Würfelspieler>, zudem auf Þeudô, got. þiuda, ahd. diot, altsächs. þioda, <Volk>, Heintze-Cascorbi, Die deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich, Halle an der Saale 61925 (11882), pp. 156f. 361f. Dem im Heintze-Cascorbi angeführten frühesten Beleg, namentlich Bernardus Dobelere 1317 in Bremen, geht freilich die vorliegend aufgezeigte Genealogie Dobelmanns mit der Urkunde von 1267 noch um ein halbes Jahrhundert voraus.
11 Friedrich Philippi, Max Bär (Hrsg.), Osnabrücker Urkundenbuch; 3. Die Urkunden der Jahre 1251-1280, Osnabrück 1899, p. 247 (357) = Johann Eitel Sandhoff, Antistitum Osnabrugensis Ecclesiae, Qui Per Decem Sæcula Primam Episcopalem In Westphalia Carolinam Sedem Tenuere, Res Gestae. Origines Et Incrementa Coenobiorum Dioecesis, Aliaque Memorabilia, Quæ Eam Contingunt. Accesserunt Ad Historiam Illustrandam Plurima Pontificum, Imperatorum, Episcoporum Diplomata, Comitum Aliorumque Tabulæ, 2 Bde., Münster in Westfalen 1785, Bd. 2 (Diplomata seu documenta ad res gestas antistitum Osnabrugensium), p. CXLI (LXXXXVIII), dort Alheidem de Boclo cum omnibus pueris suis ohne Benennung als filiam Lutberti Dobelere. Siehe auch ibid., Bd. 1, pp. 220f.
12 Werner Dobelmann, Ein Bauernsohn wird Heuermann, Manuskript, Stadtmuseum Quakenbrück.
13 Werner Dobelmann, Ich über mich, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 92f., 92.
14 »Es klagt meine Seele wie ein waidwundes Tier; / denn Mauern und Schlote umgeben mich hier. / In steinernen Schluchten kärgliches Licht, / Autos und Neon – mehr sehe ich nicht. / Ich sehe nicht, wie der Wind durch die Ähren streicht, / wie das rauschende Feld still-ergeben sich neigt, / seh’ nicht mehr den Pflug im graubraunen Land, / umklammert von schwieliger Bauernhand. / Ich höre nicht mehr, wie der Wetzstein klingt, / wie frohes Lied übers Stoppelfeld schwingt, / mein Aug’ ist umschattet und trübe mein Sinn, / zieht über das Land der Heuduft dahin. / Meine Väter säten aus sicherer Hand / goldene Saaten in fruchtschweres Land, / bauten und werkten auf eigenem Grund, / waren an Leib und Seele gesund. / Und ich? – Ich möchte die Mauern anschrei’n: / ›Laßt frei mich, laßt in der Weite mich sein! Laßt werken mich in Feld, Wald und Flur: / denn hier bin ich nichts als ein Roboter nur!‹«, Werner Dobelmann, Großstädters Heimweh, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 6 (1955), Nr. 7 (Juli 1955), p. 25.
15 Werner Dobelmann, Ich über mich, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 92f., 92.
16 Siehe ferner Werner Dobelmann, Land im Sturm. Der Krieg 1939 bis 1945 im Kreise Bersenbrück, in: Heimat gestern und heute. Mitteilungen des Kreisheimatbundes Bersenbrück 13 (1965); ders., Land im Sturm (Nachtrag), in: Heimat gestern und heute. Mitteilungen des Kreisheimatbundes Bersenbrück 14 (1967), pp. 139-43; ders., Der Luftkrieg 1939-1945 im Kirchspiel Ankum, in: Nachrichten für den Kreis Bersenbrück vom 24. April 1965, wiederabgedruckt in: Heimat-Heft für Dorf und Kirchspiel Ankum 12 (2009), pp. 44f.
17 Nach dem Registrum bonorum mensae episcopalis Osnabrugensis (um 1239/40) gehörten vier nördlich von diesem angesiedelte Höfe dem karolingischen Schultenhof von Rüssel an (in Hofrusle IV domus ...), namentlich der mansus Ghereberti, der mansus Gerhardi, der mansus Wicboldi und der mansus Werneri, Justus Möser, Osnabrückische Geschichte; 4. Urkunden (Sämmtliche Werke; 8), 2. Auflage Berlin 1858 (1. Auflage 1843) (posthum), pp. 374-415, 381. 375 (CCXXIII). Die Flurkarte von 1788 (StAO K 100 Nr. 1 / 27 a, in Umzeichnung gegeben bei: Werner Dobelmann, Das neue Haus, in: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land [12] (1985), pp. 36-39, 37) weist an ihrer Stelle noch drei Höfe aus, namentlich Bune, Wibbeler und Wiese, Hermann Rothert, Die Besiedelung des Kreises Bersenbrück. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte Nordwestdeutschlands (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Westfalen; 15), Quakenbrück 1924, p. 53 Anmerkung 2. Zur Geschichte des Hofes Wiese liegt ein Typoskript Werner Dobelmanns vor; zum Neubau des Wiese'schen Erbwohnhauses 1776-78 Werner Dobelmann, Das neue Haus, in: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land [12] (1985), pp. 36-39.
18 Rislaun, Detlev Hellfaier, Martin Last, Historisch bezeugte Orte in Niedersachsen bis zur Jahrtausendwende. Gräberfelder der Merowinger- und Karolingerzeit in Niedersachsen (spätes 5. bis 9. Jahrhundert) (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen; II. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens; 26), Hildesheim 1976, p. 15 (Nr. 49); ahd. hris, ris, nhd. reis, mhd. rise <Abhang, Rinne an einem Berge>, vgl. aber auch Rieth, nieders. Reet <Schilf>, <Binse>; lat. lucus <Hain>, ahd. lôh, mhd. lô(ch), mnd. <Hain, Lichtung, Wald>, Ernst Förstemann, Altdeutsches Namenbuch; 2. Ortsnamen, Nordhausen 1859, Spp. 902f. 1186f.; Kirstin Casemir, Uwe Ohainski, Niedersächsische Orte bis zum Ende des ersten Jahrtausends in schriftlichen Quellen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen; II; Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens; 34), Hannover 1995, pp. 138f.
11 August von Oppermann †, Carl Schuchhardt, Atlas vorgeschichtlicher Befestigungen in Niedersachsen. Originalaufnahmen und Ortsuntersuchungen, Hannover 1888-1916, pp. 12f., Rn. 50 (Die Entwicklung des vor- und frühgeschichtlichen Burgenbaues in Niedersachsen). p. 4, Rn. 17f. (Die einzelnen vorgeschichtlichen Befestigungen zwischen Ems und Ocker). p. 132, Rn. 501 (Nachträge an Ausgrabungen und Beobachtungen). Tf. IX; Hermann Rothert, Die Besiedelung des Kreises Bersenbrück. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte Nordwestdeutschlands (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Westfalen; 15), Quakenbrück 1924, pp. 51-55.
20 Hans Dörries, Entstehung und Formenbildung der Niedersächsischen Stadt. Eine vergleichende Städtegeographie (Forschungen zur Deutschen Landes- und Volkskunde; 27,2), Stuttgart 1929, p. 138.
21 Nach Heinrich Siemer unterlief Hartmann mutmaßlich eine Verwechslung der Maßeinheiten infolge der Umstellung auf das metrische System durch die Pariser Meterkonvention von 1875; es sei den aufgedeckten Grundmauern von Hartmann demnach tatsächlich das Maß 18 x 18 Fuß und somit 5,4 x 5,4 Meter abgenommen worden, Heinrich Siemer, Die Steinwerke im Dorf und Kirchspiel Ankum, Ankum 2000, pp. 146f.
22 Hermann Hartmann, Die Wittekindsburgen im Hochstift Osnabrück, in: Mittheilungen des historischen Vereins zu Osnabrück 11 (1878), pp. 214-29, 224-29 mit beigegebenem Plan. Rudolf von Stoltzenberg-Luttmersen tritt dieser Ansicht entgegen, Rudolf von Stoltzenberg-Luttmersen, Die alten Wälle und Verschanzungen auf dem Schultenhofe zu Russel bei Ankum, im Volksmunde Wittekindsburg genannt, in: Hannoverscher Courier. Zeitung für Norddeutschland – Hannoversche Anzeigen 34 (1887), Nr. 14657, Abend-Ausgabe vom 25. Juni 1887, pp. 1f., 2.
23 Rudolf von Stoltzenberg-Luttmersen, Die alten Wälle und Verschanzungen auf dem Schultenhofe zu Russel bei Ankum, im Volksmunde Wittekindsburg genannt, in: Hannoverscher Courier. Zeitung für Norddeutschland – Hannoversche Anzeigen 34 (1887), Nr. 14657, Abend-Ausgabe vom 25. Juni 1887, pp. 1f.
24 Carl Schuchhardt, Drei Römerkastelle an der Hase, in: Mittheilungen des historischen Vereins zu Osnabrück 16 (1891), pp. 315-59, 341-44, mit Tf. 12.
25 Monvmenta Germaniae Historica. Diplomatvm regvm et imperatorvm Germaniae; 2. Ottonis II. et III. diplomata (MGH DD O II/O III, ed. Theodor Sickel), Hannover 1893, pp. 192f., 193 (Nr. 169); vgl. auch in deutscher Paraphrase: Heinrich August Erhard (Hrsg.), Regesta historiae Westfaliae. Accedit codex diplomaticus. Die Quellen der Geschichte Westfalens, in chronologisch geordneten Nachweisungen und Auszügen, begleitet von einem Urkundenbuche; 1. Von den ältesten geschichtlichen Nachrichten bis zum Jahre 1125. Mit Monogrammen- und Siegel-Abbildungen, Münster in Westfalen 1847, pp. 436f. (Nr. 638).
26 Justus Möser, Osnabrückische Geschichte; 4. Urkunden (Sämmtliche Werke; 8), 2. Auflage Berlin 1858 (1. Auflage 1843) (posthum), pp. 374-415, hier 374-76 (CCXXIII). Allgemein Werner Dobelmann, Der Schultenhof zu Rüssel, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 13 (1962), Nr. 3 (März 1962), pp. 9-11, wiederabgedruckt in: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land [13] (1986), pp. 56-61.
27 Bereits im altsächsischen Epos Heliand ist um 830 von stênuuerco die Rede, Heliand LXVI, 5574-77: Thu sagdas that thu mahtis an ênon dage | all teuuerpan / that hôha hûs | heƀancuninges, / stênuuerco mêst | endi eft standan giduon / an thriddion dage [...]; »Du getrautest dich, an einem Tag zu zerstören / Das hohe Haus des Himmelskönigs, / Der Steinwerke stärkstes, und es erstehn zu lassen / Am dritten Tage [...]«, Übertragung nach dem Altsächsischen von Karl Simrock, Heliand. Christi Leben und Lehre, 2. Auflage Elberfeld 1866, p. 257 (Golgatha).
28 Werner Dobelmann, Wehrtürme im Kirchspiel Ankum; [1], in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt [19] (1968), Nr. 2, p. 8; Werner Dobelmann, Wehrtürme im Kirchspiel Ankum; [2], in: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land [7] (1980), pp. 35-39, 38f.
29 »Hinzu kam, daß bei der noch mangelnden Rechtspflege das Faustrecht weitverbreitet war. Die rechtlich erlaubte Selbsthilfe in Streitigkeiten rief zahlreiche Privatfehden hervor, die sich durchweg in Raubüberfällen auf gegnerische Besitzungen äußerten«, Werner Dobelmann, Wehrtürme im Kirchspiel Ankum; [2], in: Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land [7] (1980), pp. 35-39, 37f.
30 Dazu Werner Dobelmann, Landwehren im Osnabrücker Nordland, in: Heimat gestern und heute. Mitteilungen des Kreisheimatbundes Bersenbrück 16 (1969), pp. 129-80.
31 Werner Dobelmann, Wehrtürme im Kirchspiel Ankum; [1], in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt [19] (1968), Nr. 2, p. 8. Siehe auch Werner Dobelmann, Die Steinwerke im Kirchspiel Ankum, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 6 (1955), Nr. 1 (Januar 1955), p. 4.
32 Werner Dobelmann, Berge. Geschichte einer Landgemeinde, Berge 1981, p. 203.
33 Zur Ideengeschichte der Bodenständigkeit Ralf Bormann, Das falsch vermessene Kunstwerk. Zur kunstgeographischen Bestimmung stilistischer Stetigkeit im zeitlichen Wandel (Univ.-Diss.), Münster in Westfalen 2010, passim.
34 Martin Heidegger, Schöpferische Landschaft: Warum bleiben wir in der Provinz? (1933), in: ders. (ed. Hermann Heidegger), Aus der Erfahrung des Denkens. 1910-1976 (Gesamtausgabe, I. Abteilung: Veröffentlichte Schriften 1910-1976; 13), Frankfurt am Main 1983, pp. 9-13, 10. Hervorhebung im Original.
35 Z. B. Werner Dobelmann, Der Bauer, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 4 (1953), Nr. 8 (Juni 1953), p. 32, wiederabgedruckt in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1958), p. 122: »Mit ernstem, gläubigem Angesicht / schritt er durch’s erste Morgenlicht / und ließ in andachtsvollem Sinnen / die köstlichen Saaten zur Erde rinnen. / Er weiß, daß aus dieser fruchtbaren Erde / ein neuer Erntesegen ihm werde. / Drum blickt er ganz ruhig und unverwandt / hin auf das nackte und tote Land; / denn schon spürt er in frohem, beglückendem Schauern: / dies Land wird Mensch und Zeit überdauern, / und ewig wird ihm der Herrgott geben / das stets sich erneuernde, machtvolle Leben!«
36 Martin Heidegger, Schöpferische Landschaft: Warum bleiben wir in der Provinz? (1933), in: ders. (ed. Hermann Heidegger), Aus der Erfahrung des Denkens. 1910-1976 (Gesamtausgabe, I. Abteilung: Veröffentlichte Schriften 1910-1976; 13), Frankfurt am Main 1983, pp. 9-13, 10f. Hervorhebung im Original.
37 Werner Dobelmann, Kleine Liebe zum Artlande, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 56-60, 59.
38 Werner Dobelmann, Ich über mich, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 92f., 93.
39 Werner Dobelmann, Kleine Liebe zum Artlande, in: Heimat-Kalender für den Kreis Bersenbrück (Artländer Haus- und Taschen-Kalender) (1952), pp. 56-60, 59f.
40 Werner Sombart, Vom Menschen. Versuch einer geisteswissenschaftlichen Anthropologie, Berlin-Charlottenburg 1938, p. XIX.
41 Vgl. dazu Adalbert Stifter, der 1853 das »sanfte Gesetz zu erblicken« sucht, »wodurch das menschliche Geschlecht geleitet wird«, Adalbert Stifter (ed. Helmut Bergner), Bunte Steine; 2. Buchfassungen (1853) (Werke und Briefe. Historisch-kritische Gesamtausgabe, hgg. von Alfred Doppler, Wolfgang Frühwald; 2), Stuttgart Berlin, Köln, Mainz 1982, p. 12. – Bertolt Brecht schreibt in den »Svendborger Gedichten« davon, daß »das weiche Wasser in Bewegung / Mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt. / Du verstehst, das Harte unterliegt«, Bertolt Brecht, Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration (1938) (Svendborger Gedichte), in: ders. (ed. Elisabeth Hauptmann), Gedichte; 2 (Gesammelte Werke in 20 Bänden; 9), Frankfurt am Main 1968 (1967), pp. 660-63, 661 (5).
42 Martin Heidegger, Der Feldweg (1949), in: ders. (ed. Hermann Heidegger), Aus der Erfahrung des Denkens. 1910-1976 (Gesamtausgabe, I. Abteilung: Veröffentlichte Schriften 1910-1976; 13), Frankfurt am Main 1983, pp. 87-90, 89f.

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